eine Frau ein Mann

«eine Frau ein Mann» erzählt die Geschichte zweier Menschen, der Schweizer Hoteliersfrau Helen Heller und des tamilischen Diplomaten Kannathasan Jesuthasan, die sich im Fünfstern-Hotel De la Paix in Genève kennen lernten, er in diplomatischen Diensten, sie auf der Tagung. Der Mensch ist, was er isst. In der Folge lieben sie sich und führen ein Leben zwischen zwei Kulturen. In ihren jeweiligen Lebensverhältnissen fühlen sie sich zunehmend nicht mehr zu Hause, im wörtlichen Sinn: Helens Eltern kamen bei einem Autounfall in Vitznau ums Leben, die Tochter übernimmt den Pilatusblick, immer mehr à contre-coeur, unwillingly leitet sie das Hotel, träumt sich in ihr unabhängiges, ungezügeltes Leben, das sie einmal führte. Dazu die Trennung von Beat. Und Mara, ihre Tochter, was geschieht mit ihr? Kannan steigt aus seiner Diplomatenkarriere aus, entmutigt nach unzählig erfolglosen Friedensgesprächen mit den singalesischen Machthabern, findet keine Arbeit. Nanthini, seine Frau, stellt ihn vor die Tür. Sein zweites Exil. Und seine Töchter Shanti und Aarabi, sein Sohn Sathursan, alle hier geboren, in Buttisholz aufgewachsen, was ist mit ihnen? Die traditionell tamilischen Lebensweisen und die liberalen der westlichen Welt hier, das enge Milieu im Hotel in Weggis und die Sehnsucht nach Aufbruch dort. Sowohl Helen als auch Kannan sind fasziniert von Shakespeares Stücken und deren Figuren. Von Othello und Desdemona im Besonderen. Helen begeisterte sich dafür im Gymnasium und an der Uni, Kannan erkennt sich in der Zerrissenheit Othellos wieder. Doppel– , Vielfachleben auf alle Seiten hin. Schliesslich flicht sich das Akkordeon in vielerlei Stimmen ins Stück ein, ergänzt, kontrastiert Szenen und entwickelt sie weiter. Gamil.

Die Mitwirkenden

Vreni Achermann Stück/Spiel

Anton Ponrajah Stück/Spiel

Otto Huber Stück/Inszenierung

Hans Hassler Musik

Claudia Tolusso Kostüm

Martin Brun Licht/ Fotografie

M. Vasanthakumar Choreografie

Annik Troxler Grafik

Peter Albisser Technik

Bruno Gisler Technik

Hans Troxler Produktionsleiter

Die Premiere fand am 27. Mai im Theater Pavillon Luzern statt. Anschliessend ging «eine Frau ein Mann» bis Ende 2015 auf Schweizer Tournee.

Co-Produktion

«Centre for Tamil Arts and Culture» und «visch&fogel. theater unterwegs»

«Eindrücklich gelingt es den Protagonisten, ihre Lebensläufe und Gefühle, Fragen, Hoffnungen zum Ausdruck zu bringen. Dies durch eine hervorragende schauspielerische Leistung, aber auch durch die gekonnte Inszenierung, die Vermischung von Sprachen, Andeutungen von traditionellen Kleidern, Gesang, Rollenwechsel.»

-Willisauer Bote


merci für die unterstützung